Baustoffe
Baustoffe
Baustoffe sind Werkstoffe, die zur Errichtung von Bauwerken, wie Häuser, Türme, Tunnel, Brücken, Straßen oder Autobahnen verwendet werden. Die ältesten Baustoffe sind Lehm, Stroh, Rohr, Naturstein und Holz. Schon seit 9.000 Jahren errichten Menschen Lehmbauten. Zeugnisse von der erstaunlichen Haltbarkeit dieses Baustoffes sind bis heute in vielen Regionen Nordafrikas erhalten, wo vor Jahrhunderten bereits mehrstöckige Gebäude und Moscheen aus Lehm errichtet wurden. Historische Baustoffe in Europa Auch in Europa werden schon seit einigen Jahrtausenden aus der Natur gewonnene Baustoffe verwendet. Eins der Materialien, die hier schon seit sehr langer Zeit als Baustoff in Gebrauch sind, ist Glas. Bereits in der Spätantike wurde in Südeuropa Glas zur Fensterverkleidung benutzt. Die ältesten Fenstergläser wurden im Gebiet der antiken Stadt Herculaneum, am Golf von Neapel, gefunden. Sie hatten eine Größe von 44 x 45 und 80 x 80 Zentimetern. Im nördlicheren Europa wird erst seit der Gotik Glas als Material für Fensterfüllungen verwendet. Bis dahin schützte man das Gebäudeinnere mit gegerbten Tierhäuten, die dünn wie Pergament waren, oder mit Holzfensterläden vor Zugluft. Die ersten Bedachungsmaterialien der sesshaft gewordenen Nordeuropäer waren Reet, beziehungsweise Schilf, und Stroh. Noch heute sind im gesamten Nord- und Ostseeraum Häuser mit Reetdächern zu finden. Seit dem 12. Jahrhundert entstanden nördlich der Alpen Häuser in Fachwerkbauweise. Die Fachwerkhäuser wurden aus Holz und Lehm gebaut. Mitunter mischte man dem Lehm Stroh bei und verbesserte so die Festigkeit und die Wärmedämmeigenschaften. Die wichtigsten Baustoffe der Gegenwart Stroh und ungebrannter Lehm haben für den modernen Hoch- und Tiefbau kaum noch Bedeutung. Die historischen Baustoffe Stein, Holz und Glas sind jedoch bis heute wichtige Materialien für die Bauindustrie geblieben. Mit den Fortschritten in der Glastechnologie konnten sich völlig neue Baustile entwickeln. Zu Scheiben geformtes Glas, auch Flachglas genannt, bestimmt das Design moderner Bauwerke und hat darüber hinaus auch funktionelle Eigenschaften. Treppen, Türen und Fassaden aus Glas dominieren viele Bauwerke des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Selbst das wohl klassischste unter den Baumaterialien, der Stein, hat sich mit dem Aufkommen neuer Technologien verändert und weiterentwickelt. Jedoch ist beispielsweise das Verfahren zur Herstellung von Ziegeln aus gebranntem Lehm und Ton schon seit Jahrtausenden bekannt. Lediglich Klinker, die widerstandsfähigen Ziegel mit außerordentlich glatter Oberfläche, die durch das Brennen bei besonders hohen Temperaturen entstehen, kamen erst Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts sehr häufig bei der Gestaltung von Gebäudefassaden zum Einsatz. Sie finden noch heute, vor allem in Norddeutschland, im Hausbau Verwendung. Auch an der Bedeutung von Naturstein wie Marmor, Schiefer, Granit, Sandstein, Kalkstein und Basalt hat sich von den Anfängen der Baugeschichte bis heute nichts geändert. Der künstliche Stein Beton spielt jedoch erst etwa zwei Jahrhunderten für die Bauwirtschaft eine Rolle. Die Erfindung des Stahlbetons 1867 läutete die Ära der Betonbauten ein. Die Bedeutung der Baustoffe für das Bauhandwerk Baustoffe, wie Zement, Mörtel, Marmor, Kalksandstein und Glas sind wichtige Werkstoffe für Putzer, Maurer, Pflasterer, Trockenbauer, Glaser, Dachdecker und andere Bauhandwerker. Holz ist ein Arbeitsmaterial der Fußbodenleger und Zimmerer. An die Holzsorten, die in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen Verwendung finden, sind die verschiedensten Anforderungen gestellt. So ist Hartholz, wie beispielsweise Bangkirai, besonders gut für Fußböden geeignet. Für Dachbalken werden Holzarten verwendet, die stabil und witterungsbeständig sind. Diese Voraussetzungen kann Lärchenholz erfüllen. Auch für Türen eigenen sich Holzarten aus einheimischen Wäldern.









