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Treppen

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Die Treppe ist ein aus Stufen bestehender Gang, mit dessen Hilfe Höhenunterschiede in Gebäuden oder im Gelände trittsicher überwunden werden können. Bereits in der Antike befanden sich an allen Eingangsbereichen der imposanten Säulenhallen mehrstufige Treppen. Hier hatte die Treppe meistens nicht die Funktion der Überwindung eines im Gelände vorhandenen Höhenunterschiedes, sondern sie bildete einen Sockel, der wichtige Gebäude aus der Ebene in eine höhere Position hob. Zudem waren Treppen ein Symbol für die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Diese Symbolkraft hat die Treppe bis heute nicht verloren. Vielerorts werden lange Verbindungstreppen, beispielsweise zwischen Oberstadt und Unterstadt, Himmelsleiter genannt. Paarung von Symbolkraft und Funktionalität Treppen haben die Doppelfunktion, sowohl das Überwinden von Höhenunterschieden als auch das Sitzen auf verschiedenen Niveaus zu ermöglichen. Bereits die in der Antike errichteten Arenen und Amphitheater besaßen treppenförmig angeordnete Sitzreihen, auf denen sich zu den verschiedensten Anlässen zahlreiche Menschen versammelten. Treppen vor den säulenverzierten Haupteingängen von Tempeln und Palästen hatten vor allem die Funktion, die zugangsberechtigten Personen würdevoll hinauf- oder hinabschreiten zu lassen. Noch viele Jahrhunderte später, zu Zeiten des Barock, galten ausladende Freitreppen als angemessene Zugänge zu prunkvollen Repräsentationsbauten. Auch im Inneren von Schlössern, Herrschaftshäusern und Palästen verbanden Treppen nicht nur die Stockwerke miteinander, sondern waren auch ein wichtiges Gestaltungselement der prächtigen Eingangshallen. Eine Haupttreppe gilt bis heute als offizieller Zugang für erwünschte und geladene Personen, während die Hintertreppe eher ein dunkler Geheimgang ist. Der Einfluss verschiedener Bauarten und Materialien auf die Treppengestaltung Durch den Einsatz verschiedener Treppenarten und Materialien bekommen Gebäude ihre individuelle Note. Andererseits spielt der Baustil eines bereits vorhandenen Gebäudes eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, sich beim Umbau für Steintreppen, Marmortreppen, Glastreppen, Holztreppen oder Stahlbetontreppen zu entscheiden. Verschiedene Treppenformen, zu denen die spiralförmige Spindeltreppe, die Harfentreppe, die einläufige Treppe und die zweiläufig gegenläufige Treppe mit Zwischenpodest gehören, geben der Optik jedes Hauses eine eigene Prägung. Urige Bauernhäuser aus früheren Jahrhunderten eignen sich in der Regel nicht für die Aufrüstung durch eine Marmor- oder Glastreppe. In niedrigen historischen Wohngebäuden sind die ebenerdigen Räume oft durch eine einläufige Holzstiege mit dem Speicher verbunden. Klassische Holzstiegen, die, wenn sie besonders schmal und steil sind, auch Hühnerleiter genannt werden, sind Wangentreppen. Das sind Treppen, deren Stufen nicht auf einem tragenden Untergrund aufliegen, sondern nur an den seitlichen Wangen befestigt sind. Jeder Besitzer eines historischen Wohngebäudes mit Deckenbalken und Holzdielenfußböden wird seine Holztreppe behalten wollen. Ausgetretene Holztreppen, die häufig mit Straßenschuhen betreten werden, sollten bei einer Erneuerung durch Hartholztreppen ersetzt werden. Weiche Hölzer eignen sich eher für Treppen, die weniger häufig betreten werden. Spezielle Anforderungen an den Treppenbau Nach heutigen Richtlinien beträgt die Stufenhöhe bei Treppen im Wohnbereich maximal 20 Zentimeter. Die Laufweite einer Treppe sollte mindestens 80 Zentimeter betragen. Zwei Gebäudeetagen werden aus Platzgründen für gewöhnlich mit zweiläufigen Treppen oder gewendeten Treppen verbunden. Eine einläufige Treppe, die den Stufenhöhen-Richtlinien entspricht, würde sehr lang sein und viel Raum in Anspruch nehmen. Raumsparend sind beispielsweise Spindeltreppen, die auch Wendeltreppen genannt werden. Für perfekt eingepasste Treppen sorgen spezialisierte Treppenbauer, die eine Grundausbildung als Maurer, Zimmerer oder Tischler haben. Fußbodenbauer und Elektriker sorgen dafür, dass sich die neue Treppe gut in ihre Umgebung einfügt. So sollte an der Treppe immer ein Lichtschalter erreichbar sein, damit sie nicht im Dunklen betreten werden muss.